Die Sklavin, Objekt oder Persönlichkeit?

Ob eine Sklavin alleinig das Objekt des Doms ist, oder ein Mensch mit freiem Geist kommt auf die Betrachtungsweise und den Wunsch ihres Partners an.
Ein schwacher Dom wird in seine Sklavin immer das Objekt sehen und sie entsprechend behandeln. Eine selbständig denkende Sklavin wäre ihm ein Greul, zumal er diese nicht kontrollieren könnte und er sogar Angst davor hat.
Im Gegensatz dazu ein starker, selbstbewußter Dom, der sich selbst erst richtig entfalten und aufleben kann, mit einer starken und ebenso hingebungsvollen Sklavin an seiner Seite.
Jemanden zu treten, der schon am Boden liegt empfinde ich nicht nur als ehrlos, sondern auch als schändlich und entspricht nicht meinem Charakter. Indes eine Sub zu besitzen, die sich mir schenkt aus freiem Willen - nicht weil sie nicht anders kann - ist indes ein Gewinn und eine Ehre.
Doch wie steht es hier nun um die Freiwilligkeit?
Besitzt die Sklavin keinen Willen, so sollte sie auch besser kein BDSM ausleben. Schließlich ist diese Lebensart nicht nur eine Frage des biologischen Alters, sondern auch der geistigen Reife. Für Menschen ohne gefestigten Charakter und Selbstbewußtsein ist sie nicht nur nicht zu empfehlen, sondern im zunehmenden Maße sogar für alle Beteiligten gefährlich.
Doch woraus entsteht der Dienst? Aus der Freunde oder aus etwas anderem?
Überwiegend geht es im BDSM Bereich einzig und alleine um den sexuellen Genuss beider Akteure. Der Wunsch nach Partnerschaft und intensiver Beziehung im Rahmen der Schaffung einer Gemeinsamen Zukunft mit Liebe, aber auch ständigem Machtgefälle innerhalb der Beziehung besitzt dagegen - leider - eher Seltenheitswert.
Zusammengefasst läßt sich also anmekren, daß Sub in einer rein sexuell geprägten Beziehung Objekt der gemeinsamen Lust ist, in einer TPE Partnerschaft indes ein Mensch, auf den der Dom in keinem Fall verzicheten will, weil sie eben nicht nur Sub und Sklavin ist, sondern auch Freundin, Gefährtin und nicht zuletzt der geliebte Lebenspartner.
Doch was bedeutet un letztlich die Freiheit, die eine Sklavin aufgibt, wenn sie sich ihrem Herren schenkt?
Frei zu sein bedeutet nach den eigenen Vorstellungen leben zu können. Gibt sich ein devoter Mensch in einer Beziehung freiwillig aus Liebe hin, so hat er sein Schicksal mit Überzeugung und selbst gewählt.
Was ist also wertvoller? Vermeindliche Freiheit zu besitzen, frei agieren zu können?
Oder die Möglichkeit des dominanten Parts wertvollster Besitz zu sein, über alle Maßen geschätzt und innig geliebt zu werden. Sich unter der Anleitung des Partners frei zu entfalten und sich selber in neue Höhen zu schwingen.
Gerade das letztere ist etwas, was sich doch so viele wünschen, aber es für sich zum preis der persönlichen Freiheit selber verweigern.
Was ist für den devoten Menschen besser? Sein Leben zu fristen, ohne die Erfüllung seines innersten selbst, belastet vom Druck des Alltags, oder die Erfüllung all seiner Wünsche, sexuell, geistig und spirituell?
Ist da die vermeindliche Freiheit, die sowieso mehr ein Irrglaube ist, als daß sie irgendjemand wirklich besäße, nicht ein kleiner Preis für jenes, was es hierfür einzulösen gilt?
